Die Wertschöpfung in der Agrar- und Ernährungsbranche wird digitaler

(v.l.) Prof.in Dr. Susanne Boll-Westermann, Prof. Dr. Arno Ruckelshausen, Prof. Dr. Nick Lin-Hi, Michael Brockschmidt, Jörg Naumann, Dr. Harm Drücker, Uwe Bartels, Moderator Dr. Karsten Maier, Ministerin Barbara Otte-Kinast, Moderator Dietrich Holler, Dr.in Barbara Grabkowsky, Dr.in Astrid Sunderkötter, Landrat Herbert Winkel, Tim Mittelstaedt und Dr. Henning Müller. (Bildnachweis: KFoto/Kokenge)

Nachrichten details

  • Datum/Uhrzeit der Veranstaltung: 2. Juli 2018, 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr
  • Veranstaltungsort: Kreishaus Landkreis Vechta, Ravensberger Str. 20, 49377 Vechta
  • Kontakt: Dr. Barbara Grabkowsky info@transformationsforschung-agrar.de
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Der Gastgeber der Tagung, Landrat des Kreises Vechta, Herbert Winkel, betonte in seiner Begrüßung die Bedeutung der Digitalisierung für die Branche. "An der Schwelle zur Landwirtschaft 4.0 ist für unsere Region eines entscheidend: schnelles Internet. Die Digitalisierung unserer Agrar- und Ernährungswirtschaft gelingt nur, wenn Datenübertragungsraten im Gigabitbereich garantiert sind." Der Landkreis Vechta stelle insgesamt 45 Millionen Euro für den Breitbandausbau bereit.

In ihrer Auftaktrede sagte die Ministerin: "Die Digitalisierung ermöglicht in vielen Bereichen eine ressourcenschonende, effiziente und effektive Arbeitserledigung. Zu drängenden Fragen in Bezug auf die Zukunft der Landwirtschaft – von Umweltwirkungen über das Tierwohl bis zur gesellschaftlichen Akzeptanz – können digitale Techniken wichtige Lösungsbeiträge liefern."

An wegweisenden Zukunftstechnologien wird bereits heute gearbeitet. Prof. Arno Ruckelshausen, Hochschule Osnabrück zeigte, dass digitale Verfahren und Technologien im Ackerbau bereits vielfach verbreitet sind. Die digitale Transformation ziele auf die Verbindung ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte und werde daher als fantastisches Hilfsmittel zur Gestaltung nachhaltiger Lösungen gesehen. Innovative Schlüsseltechnologien – wie Sensorik, Robotik, Simulation, Datenmanagement oder Dateninterpretation – könnten im Pflanzenbau dabei sowohl zu graduellen Verbesserungen als auch zu neuen Agrarprozessen führen, führte der Professor für Physik und Sensorik weiter aus.

Dass die Verbraucherinnen und Verbraucher durch ihre Ansprüche und ihr Nachfrageverhalten, Druck auf die Unternehmen ausüben könnten, die Produktion und den Handel nachhaltiger zu gestalten, wenn sie denn wollten, war Thema von Prof. Nick Lin-Hi. Der Professor für Wirtschaft und Ethik an der Universität Vechta sagte, dass die Praxis zeige, dass Nachhaltigkeitsaspekte beim faktischen Kaufprozess aktuell lediglich eine untergeordnete Rolle spielen. Der Einsatz von smarten, das heißt datengestützten, Technologien könne dies jedoch ändern.

In der Abschlussrunde warf der Vorsitzende des Oldenburger Agrar- und Ernährungsforums Minister a.D. Uwe Bartels einen Blick in die Zukunft. Er prognostizierte: "Bei der Umsetzung des Digitalisierungsprozesses werden wir gänzlich neue Geschäftsmodelle für die Wertschöpfungskette Agrar- und Ernährung denken müssen. Die Region Oldenburger Münsterland hat sowohl das Potential diese gewinnbringend mitzugestalten, als auch im hohen Maße negativ betroffen zu sein." Bartels rief daher zu einem intelligenten und pro-aktiven Umgang mit dieser großen Herausforderung auf.

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Quelle: Koordinierungsstelle "Transformationswissenschaft agrar"
Veröffentlicht am: Di | 03 Jul, 2018