Einrichtung einer Wissens- und Innovations-Gemeinschaft: Food KIC

Das Europäische Institut für Innovationen und Technologie hat den Antrag des Konsortiums FoodConnects zur Einrichtung einer sogenannten Wissens- und Innovations-Gemeinschaft bewilligt (im englischen: Knowledge and Innovation Community, kurz Food KIC).

Zu den Zielen des Vorhabens zählen die Steigerung des Konsumentenvertrauens in Europa, die Förderung gesunder Ernährung, die Entwicklung digitaler Infrastrukturen sowie die Umsetzung bioökonomischer Ansätze und Fortschritte im Bereich Bildung und Unternehmertum. In Zahlen drücken die Projektbeteiligten es wie folgt aus: Gründung von 350 Start-up Unternehmen, Ausbildung von über 10.000 Akademikern und die Entwicklung von 290 neuen Produkten, Dienstleistungen und Prozessen. „Education, Excellence, Entrepreneurship“ lautet die Formel, die das ambitionierte Vorhaben zusammenfasst.

Das internationale Konsortium besteht aus 50 führenden Unternehmen, Universitäten und wissenschaftlichen Einrichtungen aus 13 EU-Staaten. Von deutscher Seite sind insgesamt neun Organisationen an dem Projekt beteiligt. Auf Initiative von Professor Thomas Hofmann (Technische Universität München), Professor Jochen Weiss (Universität Hohenheim) und Dr. Volker Heinz (Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik, Quakenbrück) wurde das Konsortium FoodConnects im Jahr 2014 ins Leben gerufen. Das DIL ist als einziger niedersächsischer Partner an dem Vorhaben beteiligt. Das DIL ist als Schlüsselpartner des Konsortiums insbesondere für die Belange kleiner und mittelständischer Unternehmen verantwortlich. In dieser Funktion wird sich das DIL auch für Innovationsprojekte in der Region einsetzen.

Im Rahmen des Projektes steht aus Investitionen und Fördermitteln eine Summe von 1,6 Milliarden Euro bereit. Das Europäische Institut für Technologie und Innovation (EIT) der EU fördert die Innovationsgemeinschaft unter dem Namen „EIT Food“ sieben Jahre lang mit insgesamt 400 Mio. Euro.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage des EIT.

Bioökonomie 2.0: Innovationspotenziale von Nebenströmen der Lebensmittelverarbeitung

Das Verbundprojekt „Bioökonomie 2.0“ zielt darauf ab, neue Wertstoffe für die Lebensmittelproduktion - z.B. Ballaststoffe, natürliche Aromastoffe, Enzyme - aus pflanzlichen Nebenströmen der Kartoffel-, Karotten- und Rapsverarbeitung zu gewinnen. Das Projekt wird zum einen aus technisch-naturwissenschaftlicher Perspektive gemeinsam mit Partnern der niedersächsischen Wirtschaft neue innovative Produkte entwickeln. Zum anderen werden aus sozialwissenschaftlichen Perspektiven Strategien für eine erfolgreiche Implementierung dieser Produkte erforscht. Sind die vorhandenen Systeme fähig und die Produzenten willens, Veränderungen anzugehen? Was bedeuten die neuen Nutzungsformen für die Branche, und vor allem für ihre Wirtschaftlichkeit? Und wie reagieren die VerbraucherInnen? Das interdisziplinäre Verbundprojekt verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz, der ein breites Spektrum an bioökonomischen Verfahren und sozialwissenschaftlichen Erhebungsmethoden (z.B. Befragungen, Interviews, Experimente) umfasst. Die effiziente Nutzung von natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen und das Schließen von Stoff- bzw. Energiekreisläufen stellen Schlüsselelemente einer nachhaltigen Entwicklung dar. Bislang werden die produktionsimmanenten Nebenströme vor allem als Biogas verheizt, verfüttert oder mit Kostenaufwand entsorgt und somit nicht in Wert gesetz.

Sprecherin des Verbundprojekts ist Prof. Dr. Christine Tamásy vom Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten der Universität Vechta. Außerdem beteiligt sind Prof. Dr. Klaus-Peter Wiedmann (Universität Hannover, Institut für Marketing und Management), Prof. Dr.-Ing. Ralf Günter Berger (Universität Hannover, Institut für Lebensmittelchemie), Dr.-Ing. Alexander Mathys (Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik e.V.), Prof. Dr. Guido Recke (Hochschule Osnabrück, FB Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur) und Prof. Dr. Achim Spiller (Universität Göttingen, Lehrstuhl Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte).

Zur Homepage des Projektes gelangen Sie unter folgendem Link: https://www.uni-vechta.de/einrichtungen-von-a-z/ispa/forschung/verbundprojekt-biooekonomie/

 


 

 

Sustainability Transitions in der Lebensmittelproduktion: Alternative Proteinquellen in sozio-technischer Perspektive

Das Projektkonsortium bestehend aus der Universität Göttingen, der Universität Vechta, dem Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik e.V. (Quakenbrück) und dem Niedersächsischen Institut für Wirtschaftsforschung (Hannover) hat den Zuschlag in der Ausschreibung "Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung" vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und der VolkswagenStiftung erhalten. Das Verbundprojekt mit dem Titel "Sustainability Transitions in der Lebensmittelproduktion: Alternative Proteinquellen in soziotechnischer Perspektive" erhält 1,9 Millionen Euro für eine dreieinhalbjährige Projektphase ab 2015.

Das Verbundprojekt befasst sich mit dem Proteinmangel für Nahrungs- und Futtermittel, der in Europa vorwiegend durch den Import von Soja kompensiert wird. Ziel des Projekts ist es abzuschätzen, welche Potenziale für eine nachhaltigere Landwirtschaft und Ernährung durch die Nutzung alternativer Proteinquellen erschlossen werden können. Dazu werden einerseits alternative Proteinquellen auf Algenbasis untersucht, die als Fleischanaloga direkt in der Humanernährung eingesetzt werden können, und andererseits die Nutzung alternativer Proteinquellen auf Algen- oder Insektenbasis für die Tierernährung erforscht. Die Idee hierzu entstand im Rahmen des NieKE-Landesinitiative Ernährungswirtschaft.

Mit der Kombination sozialwissenschaftlicher und technischer Disziplinen wird in dem Projekt die Interdisziplinarität realisiert. In drei europäischen agrarischen Intensivregionen: Nordwestdeutschland (Weser-Ems, Münsterland), Westfrankreich (Bretagne, Pays de Loire) und Südniederlande (Noord-Brabant, Gelderland, Limburg) erfolgt die Analyse der Produktionsnetzwerke und der gesellschaftlichen Kontexte. Sprecher des Projektverbundes ist Herr Prof. Dr. Ludwig Theuvsen, Universität Göttingen. Die Projektkoordination an der Universität Vechta übernehmen Prof. Dr. Christine Tamásy (Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten) und Prof. Dr. Martin Schweer (Institut für Vertrauensforschung).

Hier geht es zur Homepage des Projektes.