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Ernährungswirtschaft in Niedersachsen

Die Ernährungswirtschaft stellt in Niedersachsen einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Mit einem Anteil von 17,1 % (ca. 22,5 Mrd. €) an der Gesamtproduktion des verarbeitenden Gewerbes wird sie lediglich noch vom Fahrzeugbau, dem wichtigsten Industriezweig im Land, übertroffen. Zum Gesamtumsatz des verarbeitenden Gewerbes in Niedersachsen (ca. 190 Mrd. €) trug die Ernährungswirtschaft 2008 über 27,2 Mrd. € bei (14,3 %; Quelle: LSKN, Statistische Berichte Niedersachsen, EI1-j-2008).

Die enorme Bedeutung der tierischen Veredelungswirtschaft in Niedersachsen wird aus den Produktionswerten differenziert nach den Güterabteilungen ersichtlich. Allein auf die drei Produktionsabteilungen 151, 155 und 157 (Fleisch, Milch und Futtermittel) entfielen 2008 nahezu 53,4 % des gesamten Produktionswertes im Ernährungsgewerbe. Aber auch die Erzeugung von Getränken sowie die Obst- und Gemüseproduktion sind wichtige Wirtschaftsfaktoren.

An den Beständen, die in den Jahren 2007 bzw. 2009 in heimischen Ställen zu finden waren, zeigt sich die Vorrangstellung der niedersächsischen Nutztierhaltung innerhalb Deutschlands. Annähernd 20 % aller Rinder und mehr als jedes dritte Mastschwein waren 2009 in Niedersachsen eingestallt. Noch deutlicher ist die Dominanz in der Geflügelhaltung. Etwa ein Drittel aller Legehennen, fast jede zweite Pute und mehr als 53 % aller Masthühner in Deutschland wurden im Jahre 2007 in niedersächsischen Ställen gehalten. Auch die Aufzucht von Gänsen und Enten fand zu beachtlichen Teilen in Niedersachsen statt.

Neben der Ernährungswirtschaft nimmt auch die Land- und Forstwirtschaft hinsichtlich der Bedeutung für den Arbeitsmarkt in Relation zur gesamten BRD eine wichtige Rolle ein. Mit Ausnahme von Schleswig-Holstein und allen Neuen Ländern (letztere sind nach wie vor stark landwirtschaftlich geprägt), weist Niedersachsen den höchsten Anteil an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf (1,2 %). Annähernd 29.000 Menschen verdienten im Jahre 2009 ihren Lebensunterhalt als Arbeitnehmer in der Landwirtschaft. Führend innerhalb Deutschlands war auch die niedersächsische Quote bei den in der Ernährungswirtschaft arbeitenden Personen. Rund 3,4 % aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (ca. 81.200 Personen) waren in dieser Branche tätig. Berücksichtigt man zusätzlich noch die Beschäftigten in vor- und nachgelagerten Industrien (z.B. Maschinenbau, Handwerk, Handel, usw.), so dürften etwa 125.000 Arbeitnehmer auf den Bereich des so genannten Agribusiness entfallen.


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